Ehrenkodex_11_OlivierKeller

2026-07-09T01:16:36+02:00

Wir setzen uns für das Wohl aller ein.

Es gibt Sätze, die klingen, als ob sie selbstverständlich wären – doch wenn wir sie ernst nehmen, verändern sie die Welt.
„Wir setzen uns für das Wohl aller ein“ gehört dazu.

Doch wer ist „alle“?
Und was ist „Wohl“?

I. Wohl ist kein Besitz

Das Wohl aller ist kein Zustand, der sich verwalten liesse.
Es ist nicht die Summe individueller Vorteile, kein Gleichgewicht von Interessen und mitnichten ein Produkt politischer oder ökonomischer Optimierung.

Wohl ist ein Beziehungsphänomen.

Es entsteht dort, wo Menschen miteinander verbunden sind, aufeinander bezogen handeln. Wo Entscheidungen nicht nur nach ihrem Nutzen für das eigene Leben bemessen werden, sondern nach ihrer Wirkung im Gefüge des Ganzen.

In diesem Sinn ist Wohl nichts, das ich habe.
Es ist etwas, das zwischen uns geschieht.

II. Die Allgemeinheit ist kein Abstraktum

„Alle“ ist kein statistischer Begriff.
Keine anonyme Masse, keine Rechengröße.

„Alle“ beginnt konkret im Gegenüber, im Fremden, im Unbequemen, im Anderen.

Die Allgemeinheit ist kein abstraktes Konstrukt, sondern eine radikale Erweiterung meiner Perspektive. Mein Denken und Handeln beschränkt sich nicht auf meine Opportunitäten; ich betrachte das grosse Ganze, berücksichtige Zusammenhänge.

Das verlangt etwas, das selten geworden ist: Die Bereitschaft, sich selbst nicht als Mittelpunkt, sondern als Teil eines grösseren Zusammenhanges zu begreifen.

III. Zwischen Freiheit und Bindung

Hier berührt sich dieses Prinzip mit dem, was in der japanischen Kultur als Kizuna verstanden wird.

Kizuna beschreibt ein Band, das nicht auf Sympathie beruht, sondern auf Verlässlichkeit im Miteinander, im Zusammenspiel beruht.
Diese Verbindung hört nicht auf, wenn es schwierig wird.

Das Wohl aller ist ohne solche Bindungen nicht denkbar.

Denn eine Gemeinschaft, in der jeder nur seinem eigenen Vorteil folgt, zerfällt.
Und eine Gemeinschaft, die nur durch Zwang zusammengehalten wird, erstarrt.

Zwischen diesen beiden Polen entsteht ein dritter Raum: verantwortete Freiheit.

Freiheit, die sich ihrer Wirkung bewusst ist.
Bindung, die nicht fesselt, sondern trägt.

IV. Der blinde Fleck der Moderne

In der modernen Welt haben wir es zur Meisterschaft gebracht, individuelles Wohl zu maximieren.
Komfort, Sicherheit, Optionen – Werte, die im Zeitalter des Neoliberalismus rasend schnell erblühten.

Und doch bleibt eine Leerstelle:
Das Wohl des Ganzen wird in der Moderne gerne vorgeschoben, instrumentalisiert, aber kaum bewusst gestaltet.

Es kann weder befehligt noch delegiert werden. Es entsteht auch nicht von selbst.

Es will gelebt werden.

V. Der leise Anspruch

„Wir setzen uns für das Wohl aller ein“ ist kein heroischer Satz. Er fordert keine großen Gesten.

Er beginnt im Kleinen:

  • in Entscheidungen, die nicht nur mir dienen,
  • in Worten, die nicht nur recht haben wollen,
  • in Handlungen, die den Zusammenhang achten.

Es ist ein stiller Anspruch, aber ein konsequenter.

Das Wohl aller zeigt sich durch Kontinuität und Verlässlichkeit.

VI. Der Klang des Gemeinsamen

Wenn man diesen Gedanken mit dem Bild vom „Klang“ verbindet, dann ist das Wohl aller kein einzelner Ton.

Sein Klang ist polyphon.

Ein Zusammenklang unterschiedlicher Stimmen, die sich nicht angleichen müssen,
aber aufeinander hören.

Nicht Harmonie im Sinne von Gleichheit,
sondern im Sinne von Konsonanz.

Jeder Ton steht für eine Farbe –
im Zusammenspiel entsteht eine Symphonie.

VII. SchlussBETRACHTUNG

Das Wohl aller scheint für viele eine Utopie zu sein.
Doch der Kosmos ist Klang. Wenn wir die Schwingung des Universums ausblenden, entsteht Disharmonie, Kakophonie.

Wenn wir hingegen in unserem Denken, im Sprechen, im Handeln bereit sind, dem Klang des Universums zu lauschen, dann entsteht Harmonie und Verbundenheit, auf der das Wohl der Allgemeinheit gründet.

Das Wohl aller beginnt dort, wo ich aufhöre, mich als getrennt zu betrachten – und ich beginne, mich als Teil eines lebendigen Organismus zu verstehen; ich trete dann quasi ein in ein musizierendes Zusammenspiel, werde Teil des Orchesters, das die grosse Symphonie des Lebens uraufführt.

Ehrenkodex_11_OlivierKeller2026-07-09T01:16:36+02:00

Ehrenkodex_3_OlivierKeller

2025-10-03T19:24:44+02:00

Freiheit und Selbstbestimmung – Der Exodus des Bewusstseins

Es gibt eine Kraft, die sich durch die Geschichte windet, oft verborgen, manchmal in Flammen auflodernd, dann wieder beinahe erloschen – und doch immerfort lebendig: die Freiheit. Sie ist keine abstrakte Theorie, keine willkürliche Konstruktion, sondern ein Urrecht, älter als jede menschliche Ordnung. Sie ist das Atemholen des Bewusstseins, die Bewegung des Lebendigen.

Der Exodus – Urbild jeder Befreiung

Der Auszug aus Ägypten – erzählt in der Tora, besungen in Hymnen, gedeutet von Philosophen – ist eine Schlüsselerzählung der Menschheit. Es ist die Geschichte eines Volkes, das sich aus den Fesseln der Knechtschaft erhebt. Doch es ist mehr als das. Es ist der innere Exodus jedes Einzelnen – das Erwachen des Geistes, das Ringen mit dem Alten, der Aufbruch ins Ungewisse. Mose – nicht nur ein Anführer, sondern ein Archetyp. Derjenige, der die Sklaverei sieht und nicht mehr schweigt. Derjenige, der das Volk aus Ägypten hinausführt, hinaus aus der erzwungenen Ordnung, hinaus aus der Sicherheit der Unterdrückung – und doch führt er es nicht direkt ins Gelobte Land. Warum? Weil wahre Freiheit nicht gegeben, sondern errungen werden muss. Vierzig Jahre in der Wüste – das ist die Zeit des inneren Kampfes, des Zweifels, der Versuchung, zurückzukehren. Die alte Ordnung hatte ihre Gitterstäbe, doch auch ihre Bequemlichkeit. Das neue Land ist nicht einfach eine Verheißung – es ist eine Forderung: Werdet frei! Und ist dies nicht der Pfad, den jede große Seele geht?

Die Ahnen der Freiheit

Lange bevor der Mensch sich Gesetze schuf, lange bevor Herrscher und Systeme die Welt ordneten, war da ein Ruf. Krishna, Abraham, Buddha – sie alle vernahmen ihn und reichten ihn weiter. Krishna (ca. 3200 v. Chr.) – der göttliche Wagenlenker in der Bhagavad Gita – erinnert Arjuna daran, dass die wahre Freiheit nicht in äußerer Unabhängigkeit liegt, sondern in der Befreiung von inneren Fesseln. „Handle, ohne an den Früchten deiner Taten zu haften.“ Dies ist keine Resignation, sondern die höchste Form der Selbstbestimmung: Ein Leben im Einklang mit dem eigenen Dharma. Dann Abraham (ca. 2000 v. Chr.), der Nomade des Geistes. Sein Ruf ins Ungewisse, sein Gehen ohne Netz und doppelten Boden: Dies ist das Urbild des freien Menschen. Kein festes Land, keine garantierte Sicherheit – nur ein unerschütterlicher Glaube an die Stimme, die ihn ruft. Freiheit bedeutet Wagnis. Dann Buddha (563–483 v. Chr.), der Erleuchtete, der sich aus den goldenen Hallen seines Palastes befreit, um zu erkennen: Das Leiden der Welt ist nicht Schicksal, sondern Bewusstseinszustand. Freiheit? Sie liegt nicht in der bloßen Wahl, sondern in der Erkenntnis der eigenen Natur. „Sei dir selbst ein Licht.“ Doch der Mensch verweilt nicht nur im Fluss des Kosmos. Er ist sich selbst bewusst. Er lacht, er fragt, er trotzt. Diogenes (ca. 412–323 v. Chr.) mit seiner Laterne in der Hand sucht den „wahren Menschen“, nicht weil er ihn nicht kennt, sondern weil er aufrütteln will – gegen die Konventionen, gegen die Ketten der Erwartungen, gegen die freiwillige Knechtschaft. Und dann erscheint Jesus von Nazareth (ca. 4 v. Chr.–30 n. Chr.), der wohl radikalste Freiheitskämpfer, den die Geschichte je gesehen hat. Seine Botschaft ist klar: Der Mensch ist frei. Frei von Schuld, frei von Sünde, frei von den Ketten der Vergangenheit. „Das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ Der Preis für diese Botschaft? Das Kreuz. Doch mit ihm nicht das Ende, sondern der Beginn einer neuen Idee von Freiheit.

Von der Mystik zur Renaissance – die Entfaltung des Geistes

Meister Eckhart (ca. 1260–1328) ruft: „Das höchste Gut des Menschen ist seine Freiheit!“ Doch was ist diese Freiheit? Sie ist nicht bloße Willkür, sondern die Verwirklichung des Innersten. Gott ist keine ferne Macht, sondern die tiefste Wurzel unseres Seins – und in ihr sind wir ungebunden. Dann die Renaissance. Pico della Mirandola (1463–1494) entwirft in seiner Oratio de Hominis Dignitate ein Bild des Menschen, das ihn nicht an Ort und Stelle bannt, sondern ihm Flügel verleiht: „Du bist frei, dich zu dem zu erheben, was du sein willst.“ Leonardo da Vinci (1452–1519), Inbegriff des Genius, des Universalgenies, der in der Hand der Götterfunken des gesamten Universum des Denkens betrachtet. Er seziert den Körper und das Firmament, er durchdringt Mechanik und Kunst mit einem einzigen Blick – denn Freiheit ist Erkenntnis. Wer sich selbst kennt, erkennt die Welt. Galileo Galilei (1564–1642) hebt diesen Gedanken auf eine neue Ebene. Nicht die Kirche bestimmt, was wahr ist, nicht Traditionen oder Dogmen, sondern die Natur selbst spricht.

Die Moderne – das neue Gelobte Land?

Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) ruft: „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten!“ Doch diese Ketten sind nicht Naturgesetze – sie sind Menschenwerk. Die wahre Freiheit ist kein äußeres Privileg, sondern die Rückkehr zu sich selbst. Albert Einstein (1879–1955), der nicht nur das Universum neu berechnet, sondern auch die Freiheit als Fundament des menschlichen Geistes verteidigt: „Die Welt, wie wir sie erschaffen haben, ist ein Prozess unseres Denkens. Sie kann nicht geändert werden, ohne unser Denken zu ändern.“ Osho (1931–1990) schließlich ruft: Freiheit ist keine Ideologie, kein Ideal – sie ist eine Erfahrung. Sie beginnt im Innern und strahlt nach außen.

Der Fingerzeig – das Pleroma der Schöpfung

Was alle eint, ist der Fingerzeig. Michelangelo (1475–1564), sein Finger Gottes, der sich aus der Leere streckt, um den Funken der Schöpfung zu übertragen. Diese göttliche Geste ist die Übergabe des Feuers. Die Freiheit ist uns nicht geschenkt. Sie ist ein Ruf, eine Verpflichtung, ein Wagnis. proGenia ist dieser Fingerzeig, der den Funken springen lässt: ein Accelerator, ein Facilitator des Wandels, ein Raum, in dem Freiheit nicht verhandelt, sondern gelebt wird. Ein Ruf an all jene, die verstehen, dass Selbstbestimmung nicht nur ein Recht ist, sondern ein Akt der Schöpfung und Wahrhaftigkeit. Denn es ist unsere Aufgabe – die des Einzelnen und die der Menschheit zugleich – dieses Feuer am Brennen zu halten und damit die Welt zu wärmen und zum Leuchten zu bringen.

Ehrenkodex_3_OlivierKeller2025-10-03T19:24:44+02:00

Ehrenkodex_2_OlivierKeller

2025-05-04T02:47:24+02:00

Der Einklang des Seins

Wir sind Natur. Nicht getrennt von ihr, nicht über ihr stehend, sondern mit ihr verwoben – in jedem Atemzug, in jedem Herzschlag, in jeder Regung unseres Daseins. Doch dieses Bewusstsein, diese uralte Wahrheit, ist vielerorts verloren gegangen. Der Mensch hat sich abgespalten, hat sich über das gestellt, was ihn hervorgebracht hat. Er hat die Erde zur Ressource gemacht, das Leben zur Ware, den Fluss der Natur zur Maschine, die seinen Willen zu erfüllen hat.

Doch die Natur ist nicht etwas, das wir benutzen, sondern etwas, das wir ehren. Sie ist nicht bloss Kulisse unseres Wirkens, sondern das tragende Prinzip allen Seins. Sie ist Leben in seiner reinsten, ungebändigten Form – frei fliessend und atmend. Wer die Natur achtet, achtet das Leben selbst. Wer sie würdigt, würdigt das eigene Dasein.

Es ist kein Zufall, dass wir von „Mutter Erde“ sprechen. Sie ist nicht Besitz, sondern Ursprung. Sie trägt, nährt, heilt – mit einer Weisheit, die weder belehrt noch fordert, sondern einfach ist. In ihrer Stille liegt ein Wissen, das sich dem offenbart, der zu hören bereit ist. Die Bäume erzählen es im Rauschen ihrer Blätter, das Wasser in seinem Fluss, der Wind in seinem Tanz mit der Welt.

Wir sind Gäste in diesem grossen Kreislauf. Und ein aufmerksamer Gast erkennt, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist, sondern nach einem gewissen Selbstverständnis ruft. Philotimo – jenes griechische Wort, das so schwer zu übersetzen ist, aber so tief empfunden werden kann – weist uns den Weg: Achtung, Respekt, Würde. Es ist eine innere Haltung, die uns erkennen lässt, dass die Natur nicht für uns da ist, um sie auszubeuten, sondern dass wir ein Teil von ihr sind.

Ein Baum wächst nicht auf Kosten eines anderen. Er streckt seine Wurzeln tief in die Erde, aber er nimmt nur, was er braucht. Er gibt Schutz, er gibt Sauerstoff, er gibt Früchte – und doch verlangt er nichts. So lebt die Natur: im Geben, im Nehmen, im Gleichgewicht.

Wir können nicht überleben, wenn wir die Grundlagen unseres Seins zerstören. Doch es geht um mehr als Überleben. Es geht um das Würdigen der Natur – nicht nur als etwas Nützliches, sondern als etwas Heiliges. Heilig nicht im Sinne eines distanzierten Respekts, sondern im Sinne eines tief empfundenen Staunens, einer Demut vor der Schönheit, der Kraft und der Weisheit dieses Lebensgewebes.

Das Leben ist kein Besitz. Es ist Geschenk und Aufgabe zugleich. Jeder Grashalm, jedes Lebewesen, jedes noch so kleine Sandkorn trägt seinen Platz in diesem grossen Gefüge. Würdigung bedeutet, dies anzuerkennen – und in Achtsamkeit zu handeln.

Wir achten und würdigen die Natur und das Leben. Dies ist keine Floskel, sondern eine Entscheidung. Es ist eine Haltung, die sich in jedem Moment zeigt – in unserem Umgang mit der Erde, mit den Tieren, mit den Pflanzen, mit uns selbst. Denn wir sind Natur. Und wenn wir sie ehren, dann ehren wir das Leben in all seiner Fülle – und damit auch uns selbst.

Ehrenkodex_2_OlivierKeller2025-05-04T02:47:24+02:00

Ehrenkodex_1_OlivierKeller

2026-07-10T23:12:39+02:00

in Verbundenheit Mensch sein

Würde ist keine abstrakte Idee, kein fernes Ideal. Sie ist das, worin wir einander erkennen, worin wir uns begegnen – nicht als Rollen, nicht als Funktionen, sondern als Wesen, die in einem unsichtbaren Band verbunden sind.

Dieses Band ist das Gewebe der Familie, weit über Blutsverwandtschaft hinaus. Es ist die tiefe, elementare Erfahrung, dass wir nicht als isolierte Einzelne existieren, sondern dass wir in einem lebendigen Miteinander wachsen, einander Halt geben, einander erheben. Es ist ein Geist der Brüderlich- und Schwesterlichkeit, der weder Besitz beansprucht noch Hierarchien errichtet, sondern in wechselseitiger Achtung wirkt.

Die Griechen kannten für diese Haltung ein Wort, das weit mehr umfasst als Ehre, Anstand oder Pflichtbewusstsein: Philotimo. Es ist die innere Verpflichtung, dem anderen in Würde zu begegnen, nicht aus Zwang, sondern weil es der ureigenste Ausdruck des Menschseins ist. Wer Philotimo lebt, erkennt im Gegenüber nicht nur einen Menschen, sondern ein Wesen mit eigener Würde, mit eigenem Licht. Und so schenken wir uns, in diesem Geiste, nicht nur Freundlichkeit, sondern auch Schutz, Anerkennung, Zugewandtheit.

Doch Würde ist nicht nur das, was wir anderen gewähren – sie ist das, worin wir uns selbst erkennen. Sie wurzelt in der Mütterlichkeit, die nicht nur gebärt, sondern umsorgt, nährt und stärkt. Sie lebt in der Väterlichkeit, die nicht dominiert, sondern führt, indem sie Freiraum schenkt. Sie atmet im Kindsein, das nicht nur empfängt, sondern das ganze Sein mit Freude und Fragen bereichert.

Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit, Mütterlichkeit und Väterlichkeit, Sohn und Tochter – das sind keine starren Zuordnungen, sondern archetypische Prinzipien, die wir in uns tragen, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Sie sind Ausdruck unserer Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, füreinander einzustehen und einander zu begleiten.

Ein Mensch ist nicht nur Sohn oder Tochter, nicht nur Bruder oder Schwester. Er trägt all diese Aspekte in sich – und damit die Möglichkeit, jedem in seinem Leben auf eine Weise zu begegnen, die dessen Würde stärkt. In einer Zeit, die oft von Trennung spricht, von Grenzen und Unterschieden, ist es diese innere Verbindung, die uns erinnert: Wir sind Familie in einem tieferen Sinne.

Und Familie bedeutet nicht nur Blutsverwandtschaft, sondern Verbundenheit im Geist. Eine Gemeinschaft, die von Philotimo getragen wird, ist eine Familie des Herzens, eine Wahlverwandtschaft. Sie ist kein starres Gebilde, sondern ein lebendiges Versprechen: Ich sehe dich. Ich ehre dich. Ich stehe an deiner Seite.

Lasst uns also dieser Würde gerecht werden – indem wir einander nicht nur begegnen, sondern erkennen. Indem wir nicht nur nehmen, sondern geben. Indem wir Familie nicht als Grenze begreifen, sondern als das, was sie in ihrer tiefsten Essenz ist: ein Band, das uns alle hält.

Ehrenkodex_1_OlivierKeller2026-07-10T23:12:39+02:00

Ehrenkodex_7_OlivierKeller

2025-10-03T20:21:27+02:00

Die Begegnung mit der schöpferischen Kraft

In der tiefsten Tiefe unseres Seins und in der unermesslichen Weite des Kosmos begegnen wir einem Prinzip, das seit jeher wirkt: dem Genius – und seiner wiedergefundenen Schwester, der Genia. Es sind nicht bloss abstrakte Ideen oder sprachliche Konstrukte, sondern lebendige Kräfte, die uns durchdringen, begleiten und anstoßen.

Der Genius, in den Kulturen vergangener Zeiten als Schutzgeist und schöpferische Essenz verehrt, war oft ein Prinzip des Männlichen. Er war der zündende Funke, der den schöpferischen Akt initiierte, die Inspiration des Dichters, die Eingebung des Erfinders. Doch was ist Schöpfung ohne das Nährende, ohne das Empfangende, ohne das Prinzip, das Geduld lehrt, Raum gibt und zur Reife führt?

Hier begegnen wir der Genia – nicht als blosses weibliches Pendant, sondern als die vervollständigende, harmonisierende und belebende Instanz. Genia ist die tragende Kraft des Wachstums, das Prinzip des Werdens, der sanfte, aber unaufhaltsame Strom, der die Welt durchwirkt. Wo der Genius entfacht, lässt Genia aufblühen. Wo der Genius aufbricht, verwebt Genia das Neue mit dem Ganzen.

Doch was bedeutet das für uns als Verbündete im proGenia NET?

Es bedeutet, dass wir dem Genius und der Genia in uns und in anderen mit Achtsamkeit begegnen. Dass wir erkennen, wie sich diese Kräfte in der Singularität eines jeden Wesens entfalten – unverwechselbar, einzigartig, unantastbar. Kein Genius gleicht dem anderen, keine Genia wirkt wie die nächste. Jeder Mensch, jede Idee, jedes Sein trägt diese Prinzipien auf seine eigene Weise in sich.

Achtsamkeit bedeutet auch, das Tempo des Wachsens zu respektieren. Der Genius kann drängen, ungeduldig sein, Neues hervorbringen wollen, ohne die Zeit der Reife abzuwarten. Die Genia weiß um den Wert des Geduldigen, des allmählichen Erblühens. Sie lehrt uns, das Licht der Inspiration nicht durch Hast zu verblenden, sondern ihm Nahrung und Zeit zur Entfaltung zu geben.

Respekt bedeutet, dass wir das Genius-Genia-Prinzip nicht gegeneinander ausspielen. Dass wir weder einseitig dem Impulsiven noch ausschließlich dem Bewahrenden verfallen, sondern die Balance zwischen Entfaltung und Verwurzelung suchen. Die Genialität der Natur, die proGenia verkörpert, zeigt sich in dieser tiefen, sich selbst regulierenden Harmonie: in der Symbiose von Erschaffen und Reifenlassen, von Impuls und Resonanz.

Lasst uns also den Genius und die Genia in uns und um uns erkennen. Lasst uns einander in diesem schöpferischen Prozess unterstützen – nicht mit blinder Hast, nicht mit starrer Vorsicht, sondern mit jenem feinen Gespür, das Genialität zur Blüte bringt.

Denn letztlich sind wir es selbst – Genius und Genia zugleich –, die das Morgen gestalten.

Ehrenkodex_7_OlivierKeller2025-10-03T20:21:27+02:00

Ehrenkodex_9_JohannaPicker

2025-03-04T16:11:42+02:00

Das Herz aller Menschen ist weise, wenn wir auf seine Stimme hören, führt es uns – wohin?

Was, wenn die Logik der jeweiligen Herzensträgerin oder des Herzensträgers viel ausgeprägter ist, was, wenn die Stimme des Herzens verkümmert, schwach und leise ist, weil es nie gehört wurde? Was, wenn den Herzensträgern und -trägerinnen zeitlebens versichert wurde, dass es nichts bringt, dass das Rufen vergebens ist?

Einer unserer Sinne ist oft ausgeprägter als andere. Wie viele Sinne, Ebenen haben wir Menschen?

Was, wenn die einen verkümmern und sich dadurch andere ausweiten, die uns vielleicht auf materieller Ebene weit bringen, aber uns auf emotionaler Ebene verhungern lassen.

Die Sehnsüchte aller Herzen sind gleich, die größte Sehnsucht ist Liebe.

Was also geschieht, wenn ein warmes, in sich ruhendes Herz voller Liebe die Rufe eines hungernden, frierenden Herzens hört?

Es erkennt und antwortet, es bettet das frierende Herz in Wärme, versichert ihm, dass es gehört wird und nicht irrt und kann kalte Herzen erwärmen, ihre Stimme wieder klar und laut werden lassen.

Manchmal wärmt es aber auch vergebens, denn die Logik, die gewohnte Kälte, klopft täglich an die Tür des frierenden Herzensträgers und erinnert ihn/ sie … erinnert daran, dass es nicht sein darf, dass es nichts bringt, ja sogar gefährlich ist, sich in der Wärme auszuruhen.

Das kalte Herz erwacht, wie aus einem Traum, der nicht wahr sein kann. Es muss in seine alten Muster, Regeln zurück. Sich und das ganze Leben zu hinterfragen, wäre zu teuer, es würde weh tun und Angst machen.

Soll all das, was immer schlecht war, plötzlich gut sein?

Das warme Herz vertraut, ist zuversichtlich und hoffnungsvoll.

Es versteht nicht, warum die Wärme plötzlich zurückgewiesen und zum Vorwurf gemacht wird und beginnt an der Richtigkeit seiner Wärme zu zweifeln. Glaubt aufwachen zu müssen, aus einer Illusion.

Heißes Wasser auf Eis, bringt Sprünge hervor, doch sogar diese Sprünge sieht das warme Herz positiv, merkt nicht, wie es langsam selbst zu frieren beginnt….

So scheint es für mich, dass die Balance, zwischen allen Sinnen, Ebenen, dem Wissen und dem Herzen das Wichtigste ist.

Bildung, kann genau soviel zerstören wie sie helfen kann.

Höre auf die Stimme deines Herzens, höre die Rufe anderer Herzen, aber sei vorsichtig, es sind die Gewohnheiten, das Angelernte, was die Stimme vieler Menschenherzen leise, schwach und krächzend macht.

Nicht alle haben das Werkzeug, den Mut oder die Balance, um zu hören, dass die Stimme des Herzens die einzig wahre und richtige Richtung für jeden Einzelnen anzeigt.

Manchmal kann auch das wärmste Herz, das erfrierende nicht mehr erwärmen und muss sich schützen, um nicht selbst zu erfrieren.

Doch es wird niemals aufhören daran zu glauben, dass jedes Herz warm sein muss und auch warm werden kann …

Ehrenkodex_9_JohannaPicker2025-03-04T16:11:42+02:00

Ehrenkodex_2_BrigittaEdler

2025-03-04T16:15:55+02:00

Wir achten und würdigen die Natur und das Leben. Lieber Olivier, da hast Du mir einen wunderschönen und auch gleich schweren Satz zugedacht. Ich danke Dir. Nun, meine Zeilen; wir haben überlebt, weil wir die Dinge, die Menschen, die Tiere, die Pflanzen nicht in Besitz genommen, sondern verantwortet haben. Ich muss den Satz ergänzen: Soweit es uns möglich war, soweit wir das Bewusstsein dafür hatten und soweit wir auch über unsere eigenen Schatten springen konnten. Denn so einfach spielt das Leben nicht, dass wir all dem, was uns begegnet, gerecht werden können. Das Zusammenspiel sollte ein Tanz der Freude sein. Was wir zu lernen und zu erkennen haben: Man muss das Wesentliche mit allen Sinnen und Fasern des Herzens erfassen können, auch wenn das Ergebnis nicht gleich zu erkennen ist. Ich webe das letzte Stück meines Lebensteppichs. In jungen Jahren war die Empörung gross als ein geliebter Mensch meine Fäden nahm und in der Ausweglosigkeit eine Brücke baute. Heute erst kann ich Dir dafür danken, Geliebter. Ich kann erst jetzt die Fülle und Vielfalt der Muster erkennen, das Zusammenwirken in allem erkennen. Wir leben in derart lebensfremden Verhältnissen, so dass wir nur den Stimmen unserer Herzen trauen können und das braucht Mut, Stehvermögen und bedingungslose Liebe. Nur so können wir uns gegenseitig wachrütteln, ausgraben, was in uns verschüttet ist. Und erst dann können wir das Leben und die Natur achten und würdigen, um unserer Bestimmung auf diesem Planeten näher zu kommen. Wir tun damit mit unserer Liebe nichts Gutes, wir leisten in dem Gesamten unseren Beitrag und sind darin geborgen und behütet… ….dann lebt es uns, dann lebt es mich. WORT UND BILD BRIGITTA EDLER Januar 2022 Sultanye TR

Ehrenkodex_2_BrigittaEdler2025-03-04T16:15:55+02:00

Ehrenkodex_1_BrigittaEdler

2025-03-04T16:15:52+02:00

Wir achten und würdigen die Natur und das Leben. Lieber Olivier, da hast Du mir einen wunderschönen und auch gleich schweren Satz zugedacht. Ich danke Dir. Nun, meine Zeilen; wir haben überlebt, weil wir die Dinge, die Menschen, die Tiere, die Pflanzen nicht in Besitz genommen, sondern verantwortet haben. Ich muss den Satz ergänzen: Soweit es uns möglich war, soweit wir das Bewusstsein dafür hatten und soweit wir auch über unsere eigenen Schatten springen konnten. Denn so einfach spielt das Leben nicht, dass wir all dem, was uns begegnet, gerecht werden können. Das Zusammenspiel sollte ein Tanz der Freude sein. Was wir zu lernen und zu erkennen haben: Man muss das Wesentliche mit allen Sinnen und Fasern des Herzens erfassen können, auch wenn das Ergebnis nicht gleich zu erkennen ist. Ich webe das letzte Stück meines Lebensteppichs. In jungen Jahren war die Empörung gross als ein geliebter Mensch meine Fäden nahm und in der Ausweglosigkeit eine Brücke baute. Heute erst kann ich Dir dafür danken, Geliebter. Ich kann erst jetzt die Fülle und Vielfalt der Muster erkennen, das Zusammenwirken in allem erkennen. Wir leben in derart lebensfremden Verhältnissen, so dass wir nur den Stimmen unserer Herzen trauen können und das braucht Mut, Stehvermögen und bedingungslose Liebe. Nur so können wir uns gegenseitig wachrütteln, ausgraben, was in uns verschüttet ist. Und erst dann können wir das Leben und die Natur achten und würdigen, um unserer Bestimmung auf diesem Planeten näher zu kommen. Wir tun damit mit unserer Liebe nichts Gutes, wir leisten in dem Gesamten unseren Beitrag und sind darin geborgen und behütet… ….dann lebt es uns, dann lebt es mich. WORT UND BILD BRIGITTA EDLER Januar 2022 Sultanye TR

Ehrenkodex_1_BrigittaEdler2025-03-04T16:15:52+02:00
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